Chronik des Sees

Bereits im 15.Jahrhundert wurde von Mönchen des elsässischen Ordens St. Odilie aus dem Kloster im benachbarten Mühlbach und seit ca.1474 auch auf dem Ottilienberg angesiedelt, im Gewann „Jägersee“ ein Fischteich angelegt. Mit den Fischen versorgten sie damals ihre Glaubensbrüder während der Fastenzeit.

Jahrzehnte später lag der See trocken. Man hatte den Damm durchstochen und so den langsam versumpfenden See auslaufen lassen, um bessere Voraussetzungen für die Forstkultur zu schaffen.

1930/31 wurde eine Wasserleitung vom Seegelände am südlichen Einlauf hoch zum Ottilienberg gebaut.

Im Zuge der Elsenzkorrektion 1951 wurde in dieser Gegend ein Hochwasser-Rückhaltebecken benötigt. Dabei brauchte am Jägersee nur noch der Damm instand gesetzt und die Abflussvorrichtung erneuert werden.

1968 wurde durch interessierte Bürger der Stadt Eppingen, um die Idealisten Karl Schmidt und Albert Dieffenbacher herum, die Idee aufgegriffen einen Waldsee im Naherholungsgebiet anzulegen.

Nach den Plänen der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Nordbaden, wurde durch Rodung des geplanten Seebereiches (Ausstockung/Fällung von 72 Bäumen bei der alten Brücke) und Einrichtung eines Dauerstaus die Waldmulde, zu einem idyllischen Natur- und Erholungssee ausgebaut.

Zum Anlegen des Seegeländes, zum weiteren Ausbau, zur Pflege und Instandhaltung wurde am 15.11.1971 die Interessengemeinschaft Jägersee Eppingen e.V. für Natur und Landschaftsschutz gegründet.

Danach konnte die Stadt Eppingen, das Landratsamt Sinsheim/Rhein-Neckar-Kreis und der Landkreis Heilbronn das einstmals private Bauvorhaben unterstützen und fördern. 1977 traten erstmals wegen schlechten Erdmaterials, Undichtigkeitsprobleme am Damm auf. Im Winter 1978/1979 musste der See dann komplett abgelassen werden, der Damm wurde teilweise gesprengt und anschließend wieder neu und höher aufgebaut.

Seit 1971 kümmern sich, engagierte Naturfreunde, die Mitglieder der „I.G.Jägersee“ insbesonders die „Gruppe der Angler“, um die Hege und Pflege der Flora und Fauna in, am und rund um den Eppinger Jägersee.

Nach und nach wurden um den See verschiedene Maßnahmen wie:

 

ausgeführt.

 

Im Jahre 2005 musste, bedingt durch starke Erosions-Schäden am Damm, durch starke Verschlammung und übermäßiger Bewuchs des See´s mit wildwuchernden Seerosen, eine Damm- und See-Sanierung durchgeführt werden. Am 22. Oktober 2005 wurde der See abgefischt (Waller vom Jägersee) und komplett abgelassen. Dabei wurden über 2400m³ Schlamm (über 460 Lkw-Ladungen) ausgebaggert, und der Damm mit Stein-Packungen und Wasserbausteinen neu befestigt. Ebenfalls instand gesetzt wurden die Uferbefestigungen mit Eichenholz, die Stege und die Brücke am Einlauf. Bereits Anfang März 2006 konnte der See wieder aufgestaut werden.

 

Auszüge aus: “Rund um den Ottilienberg“ Band 1 mit freundlicher Genehmigung von Herrn Edmund Kienle