Der Jägersee

Der Jägersee liegt in der Eppinger Hardt, dem bewaldeten Höhenzug im Süden der Stadt Eppingen, dem sich Heuchelberg und Stromberg anschließen.

Der See befindet sich westlich, ca. 100m unterhalb des Eppinger Hausberges, am Fuße des Ottilienberges, im Volksmund auch „Jägersberg“ genannt.

Südlich vom See verlaufen die „Eppinger Linien“ (Verteidigungslinie von 1695) oberhalb des Sees am, Wanderparkplatz „Rottstück“ steht eine Nachbildung einer „Chartaque“ aus jener Zeit.

Das Gebiet rund um den See gehört zum Landschaftsschutz- und Naherholungsgebiet des Naturparks Stromberg-Heuchelberg.

Bereits im 15.Jahrhundert wurde von Mönchen des elsässischen Ordens St. Odilie aus dem Kloster im benachbarten Mühlbach und seit ca. 1474 auch auf dem Ottilienberg angesiedelt, im Gewann „Jägersee“ ein Fischteich angelegt. Mit den Fischen versorgten sie damals ihre Glaubensbrüder während der Fastenzeit.

Jahrzehnte später lag der See trocken. Man hatte den Damm durchstochen und so den langsam versumpfenden See auslaufen lassen, um bessere Voraussetzungen für die Forstkultur zu schaffen.

1930/31 wurde eine Wasserleitung vom Seegelände am südlichen Einlauf hoch zum Ottilienberg gebaut.

Im Zuge der Elsenzkorrektion 1951 wurde in dieser Gegend ein Hochwasser-Rückhaltebecken benötigt. Dabei brauchte am Jägersee nur noch der Damm instand gesetzt und die Abflussvorrichtung erneuert werden.

1968 wurde durch interessierte Bürger der Stadt Eppingen, um die Idealisten Karl Schmidt und Albert Dieffenbacher herum, die Idee aufgegriffen einen Waldsee im Naherholungsgebiet anzulegen.

Nach den Plänen der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Nordbaden, wurde durch Rodung des geplanten Seebereiches (Ausstockung/Fällung von 72 Bäumen bei der alten Brücke) und Einrichtung eines Dauerstaus die Waldmulde, zu einem idyllischen Natur- und Erholungssee ausgebaut.

Zum Anlegen des Seegeländes, zum weiteren Ausbau, zur Pflege und Instandhaltung wurde am 15.11.1971 die Interessengemeinschaft Jägersee Eppingen e.V. für Natur und Landschaftsschutz gegründet.

Danach konnte die Stadt Eppingen, das Landratsamt Sinsheim/Rhein-Neckar-Kreis und der Landkreis Heilbronn das einstmals private Bauvorhaben unterstützen und fördern. 1977 traten erstmals wegen schlechten Erdmaterials, Undichtigkeitsprobleme am Damm auf. Im Winter 1978/79 musste der See dann komplett abgelassen werden, der Damm wurde teilweise gesprengt und anschließend wieder neu und höher aufgebaut.

Seit 1971 kümmern sich, engagierte Naturfreunde, die Mitglieder der „I.G.Jägersee“ insbesonders die Gruppe der Angler, um die Hege und Pflege der Flora und Fauna in, am und rund um den Eppinger Jägersee.

Nach und nach wurden um den See verschiedene Maßnahmen ausgeführt:

  • Fußweg am westl. Seeufer (1975)
  • Erbauung einer Schutzhütte (1975 – Erweiterung 1978)
  • Sitzbänke am Seeweg (1976)
  • Seeterrasse – großer Steg (1976)
  • offener Grillplatz (1977)
  • Blockhütte als Schutzhütte (1982)
  • Vollendung – Seerundweg
  • Vogellehrpfad (2000)
  • Neubau Vereinsheim mit überdachtem Grillplatz (1994-1995)
  • Vogel- und Tierlehrpfad (2003)

Im Jahre 2005 musste, bedingt durch starke Erosions-Schäden am Damm, durch starke Verschlammung und übermäßiger Bewuchs des See´s mit wildwuchernden Seerosen, eine Damm- und See-Sanierung durchgeführt werden. Am 22. Oktober 2005 wurde der See abgefischt (Waller vom Jägersee) und komplett abgelassen. Dabei wurden über 2400m³ Schlamm (über 460 Lkw-Ladungen) ausgebaggert, und der Damm mit Stein-Packungen und Wasserbausteinen neu befestigt. Ebenfalls instand gesetzt wurden die Uferbefestigungen mit Eichenholz, die Stege und die Brücke am Einlauf. Bereits Anfang März 2006 konnte der See wieder aufgestaut werden.

Auszüge aus: “Rund um den Ottilienberg“ Band 1
mit freundlicher Genehmigung von Herrn Edmund Kienle

Der See hat eine gesamte Wasserfläche von ca. 1,2 ha. Das Wasserrückhaltevolumen beträgt ca. 15 000 m³. Die maximale Wassertiefe beträgt ca 4m am Überlauf (Mönch). Gespeist wird der See aus einem Zulauf und zahlreichen unterirdischen Quellen. Aus- und Überlauf fließen ins Hellbachtal.

Eine faszinierende Vogel– und Pflanzenwelt – Eisvogel, Fischreiher usw. sind rund um den Jägersee anzutreffen. Zahlreiche heimische Fischarten fühlen sich im Jägersee sehr wohl.

Am westlichen Seeufer steht die “Jägersee-Hütte“, eine Schutzhütte, die 1975 durch Mitglieder der I.G. Jägersee in einfacher Holzbauweise erstellt und in den Jahren 1994-96 durch einen massiven Bau ersetzt, erweitert und mit einer großen überdachten Grillstelle ergänzt wurde.

Entlang des westlichen Seeweges wurde im Jahre 2000 ein Vogellehrpfad durch die 9.Klasse der Kraichgauschule Eppingen, unter Mithilfe der I.G. Jägersee erstellt.
Dieser wurde im Herbst des Jahres 2003 mit Unterstützung von Eppinger Unternehmen sowie der I.G. Jägersee erneuert und erweitert.

Zahlreiche Wanderer und Stadtbahn-Touristen nutzen den zwischen Ottilienberg und Ravensburg gelegenen Jägersee als Zwischenstation für Ihre Touren durch das Eppinger Naherholungsgebiet.

Am nördlichen Ufer wurde 1982 im Rahmen eines Schulprojektes des Gymnasiums Eppingen ein Blockhaus in alter traditioneller Bauweise erstellt. Es dient heute Wanderern als Schutzhütte und Raststätte.

Dieser Grillplatz steht zum Schutze der Natur bis auf Weiteres nicht mehr zur Verfügung.

Die I.G. Jägersee

Die Interessengemeinschaft Jägersee Eppingen 1971 e.V. für Natur- und Landschaftsschutz, ist eine Gruppe von Idealisten die sich der Pflege und Instandhaltung der Natur und Landschaft, Flora und Fauna im Naherholungsgebiet rund um den Eppinger Jägersee verschrieben haben.

Die I.G. Jägersee besteht aus dem Gesamt-Verein und einer im Verein integrierten “Gruppe der Angler“.

Derzeit leisten über 100 passive, aktive und fördernde Mitglieder, mit ihrem Mitgliedsbeitrag und ihrer tatkräftigen Mithilfe bei Arbeitseinsätzen und Veranstaltungen, einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der Ziele des Vereins.

Die Abteilung der aktiven Angler sind für Vielfalt und Artenreichtum im Gewässer verantwortlich.

Die satzungsgemäßen Ziele der I.G. sind:

  • Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege insbesondere durch Hege und Pflege der Seeanlage am Eppinger Jägersee.
  • Ein wichtiger Bestandteil der Vereinsarbeit ist das Heranführen von jungen Menschen an die Natur.
  • Die I.G. Jägersee ist als besonders förderungswürdig und damit gemeinnützig anerkannt.

Gesamtverein

  • Pflege und Instandhaltung
  • der Wanderwege -Rundweg um den Jägersee
  • der Außenanlagen (Gehölze)
  • der Ruhebänke
  • der Schutzhütten
  • Instandhaltung des Tier- u. Vogellehrpfades
  • Ausrüstung und Instandhaltung von Vogelnistgelegenheiten zur Ansiedlung heimischer Vogelarten

Gruppe der Angler

  • Arbeitseinsätze zur Pflege und Instandhaltung des Gewässers und der Seeanlage
  • Fischbesatz
  • Hege und Pflege des Fischbestandes
  • gemeinsames Anfischen im Frühjahr
  • Durchführung eines Seefestes am 1. Mai
  • gemeinsames Abfischen im Herbst
  • Förderung der Jugend